Sonntag, 16. September 2012 – “Es geht schon wieder los..”

Es geht schon wieder los..

 
Plötzlich waren wir hellwach, was war denn los!?
Der Jetlag hatte uns erreicht :evil: Im letzten Jahr war ich davon ganz verschont geblieben und Stefan hatte sowieso noch nie was damit zu tun. Aber diesmal kam er bei mir noch schlimmer als 2007, es war nicht mal vier Uhr und von Müdigkeit keine Spur!

Unser Auto - Mitsubishi Endeavor

Wir beschlossen, statt uns im Bett hin und her zu wälzen, lieber aufzustehen und die Zeit zu nutzen, schliesslich blieb unser Einkauf gestern Abend auf der Strecke und wir mussten noch die üblichen Dinge besorgen. Also machten wir uns gemütlich fertig, gönnten uns einen Kaffee von Starbucks (Gott sei dank direkt im Tropicana vorhanden) und gingen nach draussen erst mal eine rauchen. Zurück im Zimmer wurden diverse Sachen umgepackt, schliesslich wollten wir nicht jeden Tag die Koffer aus dem Auto holen. Kurz vor 7 Uhr checkten wir aus und machten uns auf den Weg zu Walmart. Anders als in den Jahren zuvor, sollte nun nicht mehr unser Laptop die Navigation übernehmen, sondern das neue Ipad. Das Laptop hatten wir zwar dabei, sollte aber nur im Notfall das Ipad ablösen und zur Sicherung der Fotos genutzt werden. Zu Hause hatte ich alle wichtigen POI’s, Adressen und GPS-Daten bereits im Ipad abgespeichert und auch die Tagesetappen waren im groben bereits im Navigon USA vorhanden.
Fabenpracht im Valley of Fire SP
Obwohl ich zur Befestigung des IPads Kabelbinder mitgenommen hatte, brauchten wir diese nicht. Mein gutes, heissgeliebtes USA-Design-Case mit Aufsteller passte perfekt auf’s Amaturenbrett und wehrte sich standhaft gegen Erschütterungen und Kurven. Jedenfalls fiel das Pad nur einmal von seinem angestammten Platz, konnte beim Fall aber “gerettet” werden.
Nachdem wir den WalMart mit 220$ weniger in der Tasche wieder verlassen hatten, wurde der neuerstandene Cooler gleich mit Getränken und Lebensmittel befüllt. Unser Endeavor war wirklich riesig, trotz 4 Koffer und dem grossen Cooler gab es noch reichlich Platz für unsere Wanderschuhe und diverse andere Dinge, die ständig griffbereit seinMe im Valley of Fire SP sollten. Das einzigste was fehlte war eine Kofferraumabdeckung und auch die Scheiben waren nicht so dunkel wie sonst. Die Abdeckung ersetzen wir mit 2 grossen Badetüchern. Am Ende der Tour finden die, wie jedes Jahr, noch ein Plätzchen im Koffer und kommen mit nach Germany.
Beehives - Valley of Fire SP
Nun geht’s endlich auf die Piste. Heute lassen wir es ruhig angehen und haben eigentlich nur das Valley of Fire auf unserem Programm. 2005 hatten wir das ganz ausgelassen, weil wir nach 3 Wochen der roten Steine überdrüssig waren. Aber für heute hatten wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen und den wollten wir dort auch nutzen. Schon auf dem Weg zum Parkeingang wurden wir von der schönen und abwechslungsreichen Farbenpracht überrascht, was danach kam konnte kaum mehr zu bieten haben. Aber da hatten wir uns getäuscht, es wurde ein wunderschöner Tag mit neu gewonnen Freunden, vielen Spässen, herzhaftem Lachen, einer Taufe (gelle Bine ;-) ), einem Brathähnchen und vielem mehr.
Rocks im Valley of Fire SP
Die ganze Geschichte zu erzählen würde den Rahmen dieser Seite sicherlich sprengen, nur so viel, wir begegneten bei den Beehives einem Paar kaum älter als wir. Stefan kam mit dem Mann in’s Gespräch, er hatte auf dem Felsen eine Echse gesichtet und die beiden “kämpften” :-D um das schönste Foto. Dann kam ich dazu, sagte etwas zu Stefan und der Mann meinte nur, na dann könnten wir ja auch zusammen Deutsch sprechen.. lach..
Bewohner des Valley of Fire SP
Ja und so kam es, daß wir Sabine und Mike kennenlernten und stellten im weiteren Gespräch fest, daß wir in Deutschland nicht mal so weit entfernt wohnen. Wir beschlossen das Valley of Fire gemeinsam zu erkunden und es wurde ein wundervoller Tag. Es war so schön, daß es uns vieren leid tat uns schon wieder trennen zu müssen. Bine und Mike waren auf dem Weg nach Las Vegas zu einem Freund, tja und wir waren ja eben erst von Vegas los gefahren. Trotz dem, wir hielten den ganzen Urlaub über Kontakt via Facebook, zeigten uns dort gegenseitig unsere schönsten Fotos, sagten uns “Gute Nacht” und “Guten Morgen” und hatten auch über die Entfernung hinweg einen riesen Spass zusammen. Ich weiss gar nicht wie man es beschreiben soll, vielleicht sollte man sagen: Gesucht und gefunden, der Deckel zum Topf, “Liebe” auf den 1. Blick – keine Ahnung. Jedenfalls ist es toll, daß wir zwei so liebe Menschen als Freunde dazugewonnen haben und das auch gleich von Anfang an so gut passt :lol:
Stefan im Valley of Fire SP
Nunja, wie gesagt, wir erkundeten das Valley of Fire gemeinsam. Wir fuhren also von den Beehives zum Atlatl Rock, kraxelten mit Bine, die mächtig Höhenangst hat einen Felsen hoch – Hut ab Binchen, das hast Du mega gut hinbekommen :-) und schauten uns die Petroglyphen an. Wo wir hin kamen war gekicher und geschnatter vorprogrammiert. Wir verstanden uns prima, daran gabe es keinen Zweifel!
Farbenpracht der Steine im Valley of Fire SP
Mike war schon mächtig gespannt auf die Fire-Wave, von der ich in den höchsten Tönen geschwärmt hatte. Nach einem kurzen Besuch im Visitor-Center sollte es dort auch gleich hingehen, aber irgendwie schien was an den Daten nicht zu stimmen oder wir hatten den Parkplatz verpasst, keine Ahnung. Wir stellten die Autos ab und wollten anhand der Koordinaten zur Fire Wave wandern, dieses Vorhaben wurde allerding jäh von der Sirene eines Rangers :-/, der seinen Wagen neben unseren abgestellt hatte, unterbrochen. Ups.. Bine nur: “Seht ihr ich hab’s Euch doch gesagt! Jetzt kriegen wir ein Knöllchen oder sowas.” Ich zu ihr: “Bine nu sei ruhig ;-) auch wenn der uns auf Deutsch nicht versteht, merkt der doch wie aufgeregt gesprochen wird.” Jedenfalls klärte der Ranger uns auf, daß wir wohl nicht auf dem richtigen Weg seien und unsere Autos auch noch im Parkverbot stehen. Zu unser Verteidigung bleibt nur zu sagen, das Parkverbotsschild war von unserer Seite aus nicht zu sehen :-) und das wir es nicht mit Absicht gemacht haben. Jedenfalls stiegen wir kleinlaut in unsere Wagen und fuhren weiter zu White Domes. Da es inzwischen so heiß war, daß es in der Sonne kaum auszuhalten war, begnügten Bine u. ich uns damit im Schatten mehrerer überdachter Picnic-Tische ein Schwätzchen zu halten und schickten unsere Männer auf die Felsen auf der Jagd nach schönen Fotomotiven. … nein das ist keine Sklaventreiberei ;-)
Petroglyphen im Valley of Fire SP
Einen riesen Spass hatten wir damit, den Chipmunks beim Nachlaufen-Spiel zuzusehen, wir lockten sie, aber sie haben sich von uns nicht wirklich locken lassen. Es gelang uns trotzdem das ein oder andere schöne Foto zu schiessen, eines durch Zufall beim Verrichten der Notdurft – seht selbst.. Aber vielleicht hat es auch eher so viel Angst vor uns Verrückten gehabt, daß es nicht mehr anders konnte.
Gesteinsformation im Valley of Fire SP
An White Domes trennten sich leider die Wege von uns Vieren, Bine und Mike waren in Vegas bei einem Freund zum Barbeque verabredet und wir wollten noch ein wenig vom Park erkunden und dann unseren Weg nach Hurricane, unserer 1. Übernachtungs-Station auf dieser Tour, aufnehmen. Echt schade, aber es ging ja nicht anders.
Also machten wir uns auf und fuhren als nächste Station die Seven Sisters an. Beeindruckend, wenn man direkt neben solch einem Felsen steht. Wir erkundeten die Ecke rund um die Seven Sisters ein wenig und schon wieder gingen die Sirenen. Mehrere Wagen mit Sirenengeheul und Blinklicht fuhren an uns vorbei, kaum war Ruhe kam auch schon der nächste. Was passiert war, das sahen wir kurze Zeit danach. Bevor wir wieder losfuhren, stärkten wir uns mit kühlen Getränken und einem kleinen Snack und nahmen dann wieder Fahrt auf.
Ein Vogelkopf oder doch ein Seehung im Valley of Fire SP
Die nächste Station sollte der Elephant Rock sein, doch kaum zog die schöne Landschaft an uns vorbei wurden wir auch schon wieder ausgebremst. Auf dem Weg standen viele Wagen, teilweise war die Gegenspur komplett versperrt, eine Rangerin zeigte uns mit einem “Slow”-Schild, daß wir langsam fahren sollten. Und da sahen wir was passiert war, ein Motorrad lag auf der rechten Seite, auf der linken Seite, zwischen Graben und einem Felsen lag der Fahrer und wurde Erstversorgt. Wir spekulierten darüber, ob das nicht einer von denen war, die uns am Morgen mit einer affenrasenden Geschwindigkeit überholt hatten, hofften aber, daß nicht allzu viel passiert war.
Ein weiterer Bewohner des Valley of Fire SP
Am Elephant Rock unterhielten wir uns kurz mit einem jungen Paar, tauschten ein paar Infos aus und gingen dann mehr oder weniger gemeinsam den Trail zum Elephant Rock. Wir erzählten den Beiden von dem Unfall, sie wollten sich dann einfach ein wenig länger hier aufhalten und dann weiter in den Park hineinfahren. Es fuhren noch mindestens 2 oder 3 Highway Patrol Wagen an uns vorbei, bis kurze Zeit später auch ein Hubschrauber über uns hinweg flog. So gut konnte es dem Motorradfahrer dann wohl doch nicht gehen, allerdings muss man auch bedenken, daß hier die Wege ein wenig länger sind als bei uns in Deutschland.
Wir verliessen das Valley of Fire durch den Osteingang und fuhren die 186 Richtung Norden, via Overton und Moapa Valley zur I-15. Für heute hatten wir genug, langsam wurden wir durch den fehlenden Schlaf nun auch müde.
Elephant Rock - Valley of Fire SP
Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt kamen wir gegen 17 Uhr in Hurricane an, checkten in unserem Motel ein, genossen ein paar Minuten Ruhe und wollten dann eigentlich nur noch was Essen. Zuerst entschieden wir uns für Wendy’s, doch Stefan hatte da wohl was anderes im Kopf, als wir an der Tür standen entschieden wir uns kurzer Hand dagegen und fuhren weiter. Da lief uns das Baristas über den Weg, sah von aussen recht gemütlich aus mit der kleinen Terrasse am Eingang. Erst später stellte sich raus, daß wir eine gute Wahl getroffen hatten. Das Essen war vorzüglich und Stefan vertilgte hier das erste Ribeye-Steak dieses Urlaubs.
 
 
gef. Strecke: 176 Meilen
Übernachtung: Comfort Inn Zion, Hurricane
Abendessen: Baristas Restaurant, Hurricane
 
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